
Desinfektionsmittel: Was Sie wirklich wissen müssen
Nicht jedes Desinfektionsmittel ist für jede Oberfläche geeignet. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Wirkstoffe es gibt, worauf bei der Anwendung zu achten ist und wie Sie Keime wirksam bekämpfen, ohne Materialien zu beschädigen. Profitieren Sie von über 120 Jahren Hygiene-Kompetenz von hollu!

Professionelle Händedesinfektion sorgt für mehr Sicherheit und Hygiene im Arbeitsalltag.
Inhalt:
- Was ist Desinfektion?
- Was ist ein Desinfektionsmittel?
- Reinigen vs Desinfizieren: Der entscheidende Unterschied
- Warum ist professionelle Desinfektion so wichtig?
- Welche Arten von Desinfektionsmitteln gibt es?
- Warum ist die Oberfläche entscheidend? Der Materialkompatibilitäts-Guide
- Die hollu Desinfektions-Produktwelt im Überblick
- Desinfektion je Branche: Was wirklich wichtig ist
- Einwirkzeit, Dosierung und Anwendungsmethoden – so geht’s richtig!
- Zertifizierung & Normen: Woran erkennt man ein gutes Desinfektionsmittel?
- Desinfektion und Nachhaltigkeit: Geht das zusammen?
- FAQ
Das Wichtigste in Kürze:
- Desinfektionsmittel reduzieren Krankheitserreger wie Bakterien, Viren und Pilze auf ein sicheres Maß und sind ein wichtiger Bestandteil professioneller Hygienekonzepte.
- Reinigung und Desinfektion erfüllen unterschiedliche Aufgaben: Erst die Reinigung entfernt Schmutz, anschließend sorgt die Desinfektion für mikrobiologische Sicherheit.
- Die Wahl des richtigen Desinfektionsmittels hängt von der Oberfläche, dem Anwendungsbereich und dem gewünschten Wirkspektrum ab.
- Zu den wichtigsten Wirkstoffgruppen zählen alkoholbasierte, chlorhaltige, peroxidbasierte Desinfektionsmittel sowie quartäre Ammoniumverbindungen (QAV).
- Falsche Produktwahl oder Anwendung kann die Wirksamkeit beeinträchtigen und Materialien beschädigen.
- Einwirkzeit, Dosierung und vollständige Benetzung der Oberfläche sind entscheidend für eine erfolgreiche Desinfektion.
- In Gastronomie, Gesundheitswesen, Hotellerie und Lebensmittelindustrie gelten besondere Hygiene- und Dokumentationspflichten.
- VAH– und ÖGHMP-Listungen bieten Orientierung bei der Auswahl geprüfter und wirksamer Desinfektionsmittel.
- Für Lebensmittelkontaktflächen dürfen ausschließlich geeignete und entsprechend geprüfte Produkte verwendet werden.
- Moderne Desinfektionslösungen ermöglichen hohe Hygienestandards und können gleichzeitig ressourcenschonend und nachhaltig eingesetzt werden.
Was ist Desinfektion?
Desinfektion bezeichnet die gezielte Reduktion oder Abtötung von Mikroorganismen auf Oberflächen, Geräten, Händen, Textilien oder in Wasser auf ein Maß, bei dem keine Infektionsgefahr mehr besteht. Dabei werden nicht nur krankheitserregende Bakterien, Viren, Pilze und Hefen erfasst, sondern auch viele nützliche Mikroorganismen reduziert. Aus diesem Grund sollte Desinfektion gezielt und bedarfsgerecht eingesetzt werden. Im Unterschied zur Sterilisation, die sämtliche vermehrungsfähigen Mikroorganismen einschließlich Sporen vollständig beseitigt, reicht die Desinfektion aus, um im betrieblichen Alltag den Schutz von Menschen, Lebensmitteln und Produkten sicherzustellen.
Desinfektion ist immer ein aktiver und gezielter Hygieneprozess – kein Zufallsprodukt des Putzens. Sie kann chemisch (durch Desinfektionsmittel auf Alkohol-, Chlor-, Peroxid-, QAV- oder anderen Wirkstoffbasen), chemothermisch (durch die Kombination von Temperatur und Desinfektionsmittel, beispielsweise bei der desinfizierenden Geschirr- oder Wäscheaufbereitung) oder thermisch (durch Hitze, Heißwasser oder Dampf) erfolgen. In der Praxis – etwa in der Gastronomie, im Gesundheitswesen, in Pflegeeinrichtungen oder in der Lebensmittelproduktion – ist die chemische Flächendesinfektion die am häufigsten eingesetzte Methode, da sie schnell, flexibel und für nahezu alle Oberflächen verfügbar ist.
Gut zu wissen:
Desinfektionsmittel reduzieren nicht nur krankheitserregende, sondern auch nützliche Mikroorganismen. Deshalb sollte Desinfektion immer gezielt dort erfolgen, wo sie aus hygienischer Sicht tatsächlich erforderlich ist.
Was ist ein Desinfektionsmittel?
Ein Desinfektionsmittel ist ein chemisches Präparat, das Bakterien, Viren, Pilze und Sporen auf Oberflächen, Geräten, Händen oder in der Luft abtötet oder auf ein nicht infektiöses Maß reduziert. Im Unterschied zum Reinigungsmittel, das sichtbaren Schmutz mechanisch löst und entfernt, zielt das Desinfektionsmittel auf die mikrobiologische Sicherheit ab: Es greift in den Stoffwechsel von Mikroorganismen ein oder zerstört deren Zellstruktur.
Wichtig:
Reinigung ≠ Desinfektion. Erst reinigen, dann desinfizieren – denn organische Verschmutzungen (Eiweiß, Fett, Blut) können die Wirksamkeit von Desinfektionsmitteln erheblich verringern oder vollständig aufheben. hollu empfiehlt immer den zweistufigen Hygieneprozess: zuerst Vorreinigung, dann gezielte Desinfektion.
Reinigen vs. Desinfizieren: Der entscheidende Unterschied
Reinigung und Desinfektion erfüllen unterschiedliche Aufgaben im professionellen Hygienemanagement. Während die Reinigung sichtbaren Schmutz, Fett und andere Rückstände mechanisch beziehungsweise physikalisch von Oberflächen entfernt, zielt die Desinfektion darauf ab, Mikroorganismen wie Bakterien, Viren und Pilze abzutöten oder auf ein sicheres Maß zu reduzieren. Die Reinigung sorgt somit für Sauberkeit, gewährleistet jedoch keine Keimfreiheit. Erst die anschließende Desinfektion schafft die notwendige mikrobiologische Sicherheit und reduziert das Infektionsrisiko.
Auch in ihrer Wirkungsweise unterscheiden sich beide Prozesse deutlich: Die Reinigung wirkt mechanisch, während die Desinfektion chemisch, chemothermisch oder thermisch erfolgt. Für eine wirksame Hygiene gilt daher die Grundregel: Zuerst reinigen, anschließend desinfizieren. Denn Schmutz und organische Rückstände können die Wirksamkeit von Desinfektionsmitteln erheblich beeinträchtigen. Idealerweise erfolgt die Desinfektion erst nach der Reinigung und einer ausreichenden Trocknung der Oberfläche.
Gewerbliche Geräte arbeiten häufig mit höherem Druck als Haushaltsmodelle. Ein höherer Druck kann die mechanische Wirkung verstärken, birgt jedoch auch ein größeres Risiko für empfindliche Oberflächen oder Fugenmaterial.
Warum ist professionelle Desinfektion so wichtig?
Mikroorganismen sind unsichtbar – und genau darin liegt die Gefahr. Ein sauber aussehendes Schneidebrett in einer Restaurantküche kann Millionen von Salmonellen beherbergen. Eine Türklinke im Pflegeheim kann innerhalb von Stunden zur Infektionsquelle für Dutzende von Heimbewohner*innen, Mitarbeiter*innen und Besucher*innen werden.
In vielen Branchen ist Desinfektion nicht nur eine Frage der Hygiene, sondern auch eine gesetzliche und normative Anforderung.
Reinigung und Desinfektion sind wesentliche Bestandteile der Guten Hygiene Praxis (GHP) und bilden die Grundlage für wirksame Hygienekonzepte sowie HACCP-Systeme.
- Lebensmittelbetriebe arbeiten nach den Grundsätzen der Guten Hygiene Praxis (GHP) und den HACCP-Richtlinien. Sie müssen geeignete Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen festlegen, dokumentieren und sicherstellen, dass von Kontaktflächen keine Kontamination von Lebensmitteln ausgeht.
- Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen orientieren sich an den Empfehlungen und Wirksamkeitsnachweisen des VAH (Verbund für Angewandte Hygiene) sowie in Österreich der ÖGHMP (Österreichische Gesellschaft für Hygiene, Mikrobiologie und Präventivmedizin).
- Hotels, Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe tragen eine besondere Sorgfaltspflicht gegenüber Gästen und Mitarbeitenden und müssen durch geeignete Hygienemaßnahmen Infektionsrisiken minimieren.
- Industrie- und Gewerbebetriebe sind auf den Einsatz wirksamer und für den jeweiligen Anwendungsbereich geeigneter Desinfektionsmittel angewiesen, um Hygiene- und Qualitätsstandards sicherzustellen.
Die Wirksamkeit von Desinfektionsmitteln wird durch standardisierte Prüfverfahren nach europäischen EN-Normen nachgewiesen, wie sie die Biozidverordnung für entsprechende Produkte vorsieht. Für Anwender bieten VAH- und ÖGHMP-Listungen zusätzliche Orientierung, da sie eine unabhängig geprüfte Wirksamkeit und Praxistauglichkeit bestätigen.
Alle von hollu für sensible Anwendungsbereiche empfohlenen Desinfektionsmittel verfügen über entsprechende VAH- und/oder ÖGHMP-Listungen und unterstützen Betriebe bei der Einhaltung hoher Hygienestandards.
Welche Arten von Desinfektionsmitteln gibt es? ?
Nicht alle Desinfektionsmittel sind gleich. Die Einteilung erfolgt nach drei Kriterien: Wirkstoffbasis, Anwendungsbereich und Wirkspektrum.
Nach Wirkstoffbasis
1. Alkoholbasierte Desinfektionsmittel
Alkohol (Ethanol, Isopropanol) ist der am häufigsten eingesetzte Wirkstoff in der professionellen Flächendesinfektion. Er wirkt schnell, hinterlässt keine Rückstände und verdunstet rückstandsfrei. Typische Einwirkzeit: 30 Sekunden bis 5 Minuten.
- Vorteile: schnelle Wirkung, rückstandsfrei, keine Spülung notwendig
- Nachteile: besitzt keine sporizide Wirkung; nicht geeignet für alle Materialien (z.B. bestimmte Kunststoffe wie Polycarbonat oder Plexiglas)
- Hollu-Produkt: hollu Des AL – alkoholbasiertes Flächendesinfektionsmittel, ÖGHMP-gelistet, Einwirkzeit 5 Minuten, ideal für Türklinken, Arbeitsflächen, Küchengeräte
2. Chlorhaltige Desinfektionsmittel
Chlorverbindungen (z.B. Natriumhypochlorit) haben ein breites Wirkspektrum und sind besonders wirksam gegen Noroviren und Sporen. Sie werden in der Lebensmittelindustrie, Krankenhäusern und bei Seuchenausbrüchen eingesetzt.
- Vorteile: breites Wirkspektrum, kostengünstig, wirkt auch gegen Sporen bei geeigneter Konzentration
- Nachteile: kann Materialien angreifen (Metalle, Textilien), unangenehmer Geruch, Bleichwirkung, schädlich für den Anwender, Lösung nicht stabil, korrekte Dosierung essenziell
3. Aktivsauerstoff / Peroxid-basierte Desinfektionsmittel
Wasserstoffperoxid oder Peressigsäure-Verbindungen wirken oxidativ und hinterlassen keine umweltrelevanten Rückstände. Besonders geeignet für Trinkwasserbereiche, Lebensmittelanlagen und Bereiche mit hohen Nachhaltigkeitsanforderungen.
- Vorteile: Ökologisch unbedenkliche Abbauprodukte, breites Wirkspektrum
- Nachteile: Korrosiv bei Fehlkonzentration, manche Materialien nicht verträglich, unangenehmer Geruch von Peressigsäure, Bleichwirkung
- hollu-Produkt: Perform Pro – granuliertes Desinfektionsmittelkonzentrat auf Aktivsauerstoffbasis, VAH-zertifiziert bis 10/2026
4. Quartäre Ammoniumverbindungen (QAV)
QAV-Verbindungen wirken durch Zerstörung der Zellmembran von Bakterien. Sie sind gut materialverträglich und geruchsneutral – daher häufig in kombinierten Reinigungs-Desinfektionsmitteln für Oberflächen eingesetzt.
- Vorteile: materialschonend, hautfreundlicher als andere Reiniger
- Nachteile: wirkt nicht gegen alle Virentypen; keine sporizide Wirkung; nicht gegen alle Bakterien gleich gut wirksam; Rückstände möglich; Resistenzbildung bei Dauereinsatz möglich
5. Amine
Ähnliche Wirksamkeit wie QAV, aber als Alternative zu QAV im lebensmittelverarbeitenden und lebensmittelbearbeitenden Bereich (Küchen, Lebensmittelproduktion, etc.)
- Vorteil: oft gute Materialverträglichkeit
- Nachteil: Rückstände möglich
Nach Anwendungsbereich
1. Flächendesinfektion
Für Oberflächen wie Tische, Böden, Geräte oder Türklinken werden häufig alkoholbasierte Desinfektionsmittel, Amine oder – in bestimmten Anwendungsbereichen – chlorhaltige Produkte eingesetzt. Welcher Wirkstoff geeignet ist, hängt von der Oberfläche, dem Material und den hygienischen Anforderungen ab.
2. Händedesinfektion
Im Gesundheitswesen sowie vor Tätigkeiten mit Lebensmittelkontakt kommen überwiegend alkoholbasierte, hautschonend formulierte Händedesinfektionsmittel zum Einsatz. Sie bieten eine hohe Wirksamkeit gegen zahlreiche Krankheitserreger und sind gleichzeitig für die regelmäßige Anwendung geeignet.
3. Instrumenten-/Gerätedesinfektion
Medizinische Instrumente, Küchenwerkzeuge oder technische Geräte erfordern je nach Material und Einsatzbereich spezielle Desinfektionsverfahren. Häufig kommen hierfür alkoholbasierte Produkte, Aldehyde oder Peroxidverbindungen zum Einsatz.
4. Wäschedesinfektion
Für die hygienische Aufbereitung von Bettwäsche, Pflegetextilien und Arbeitskleidung kommen thermische und chemothermische Verfahren sowie Desinfektionsmittel auf Peroxid- oder Peressigsäurebasis zum Einsatz. Sie sorgen für eine zuverlässige Keimreduktion und erfüllen die hohen Hygieneanforderungen in professionellen Anwendungsbereichen.
5. Lebensmittel-Kontaktflächen
Für Schneidbretter, Arbeitsflächen und Produktionsanlagen werden je nach Material alkoholbasierte Desinfektionsmittel, Amine oder chlorhaltige Produkte eingesetzt. Chlorhaltige Desinfektionsmittel finden insbesondere auf Edelstahloberflächen in der Lebensmittelindustrie Anwendung. Die Produktauswahl muss sicherstellen, dass keine Kontamination von Lebensmitteln über Kontaktflächen erfolgt.
GUT ZU WISSEN
Unabhängig vom Einsatzgebiet müssen Desinfektionsmittel als Biozid-Produkte ihre Wirksamkeit in standardisierten Prüfverfahren nach den relevanten europäischen EN-Normen nachweisen. Diese Prüfungen bilden die Grundlage für einen sicheren und wirksamen Einsatz in der Praxis.
Warum ist die Oberfläche entscheidend? – Der Materialkompatibilitäts-Guide
Der häufigste Fehler in der täglichen Desinfektionspraxis: Man greift zum vertrauten Mittel – ungeachtet dessen, um welches Material es sich handelt. Das Ergebnis: Edelstahl läuft an, Kunststoffe werden spröde, Gummidichtungen quellen auf, Holz verfärbt sich. Und manchmal wirkt das Desinfektionsmittel trotzdem nicht – weil es für diesen Oberflächen-Wirkstoff-Komplex schlicht nicht entwickelt wurde.
Die Grundregel von hollu lautet: Zuerst die Oberfläche identifizieren, dann das Desinfektionsmittel wählen – nie umgekehrt.
Je nach Materialoberfläche kommen unterschiedliche Desinfektionswirkstoffe infrage, um sowohl eine sichere Desinfektionswirkung als auch die Materialverträglichkeit zu gewährleisten.
Für Edelstahl eignen sich insbesondere alkoholbasierte Desinfektionsmittel sowie quartäre Ammoniumverbindungen (QAV). Chlorhaltige Produkte sollten aufgrund der Gefahr von Lochkorrosion grundsätzlich vermieden werden. Im lebensmittelverarbeitenden Bereich werden jedoch hochwertige Edelstähle eingesetzt, bei denen Chlor unter definierten Anwendungsbedingungen eingesetzt werden kann. Für Edelstahloberflächen empfehlen sich insbesondere hollu Des AL sowie im Lebensmittelbereich holludes Culina.
Bei Kunststoffoberflächen, insbesondere Polypropylen, sind QAV-haltige Desinfektionsmittel gut geeignet. Hochkonzentrierte Alkohole und starke Oxidationsmittel sollten vermieden werden, da sie das Material angreifen können. Zu beachten ist außerdem, dass stark verdünnte Alkohollösungen ihre Wirksamkeit verlieren können. Geeignete Produkte sind holludes Ultra, holludes Culina sowie Perform Pro nach vorheriger Materialprüfung.
Holz- und Laminatoberflächen sollten nur dann desinfiziert werden, wenn sie vollständig versiegelt sind. Geeignet sind QAV-haltige Produkte sowie bestimmte materialschonende Desinfektionsmittel. Chlorhaltige Produkte und große Wassermengen sind zu vermeiden, da sie die Oberflächen beschädigen können. Für diese Anwendungen empfehlen sich holludes Ultra, holludes Culina und holludes Use. Bei empfindlichen oder unbekannten Oberflächen wird eine individuelle Fachberatung empfohlen.
Für Textilien und Wäsche kommen vor allem Peroxidverfahren sowie thermische Desinfektionsverfahren zum Einsatz. Hohe Chlorkonzentrationen sollten vermieden werden, um Faserschäden zu verhindern. Empfehlenswert sind die holluQUID Desinfektionsprogramme.
Bei der Händedesinfektion sollten hautschonend formulierte, ethanolbasierte Produkte verwendet werden. Reines Isopropanol mit langen Einwirkzeiten sowie unverdünnte QAV sind für die Anwendung auf der Haut nicht geeignet. Für die hygienische und chirurgische Händedesinfektion empfiehlt sich holludes Promano med.
Gummioberflächen und Dichtungen können mit QAV-haltigen Produkten bei kurzen Einwirkzeiten oder mit verdünnten Peroxidlösungen behandelt werden. Vermeiden sollte man konzentrierte Alkohole, chlorhaltige Produkte sowie Desinfektionsmittel mit hoher Alkalität, da diese Materialien verspröden oder beschädigen können. Geeignete Produkte sind holludes Ultra, holludes Culina und holludes Use. Bei besonders empfindlichen Materialien empfiehlt sich eine vorherige Fachberatung.
Für Lebensmittelkontaktflächen dürfen ausschließlich EN-geprüfte Desinfektionsmittel verwendet werden. Dabei sind nicht nur alkoholische Produkte geeignet, sondern grundsätzlich alle entsprechend geprüften Desinfektionsmittel. Chlorhaltige Produkte dürfen nur eingesetzt werden, wenn eine vollständige Nachspülung sichergestellt ist. Aldehyde sollten nur für spezielle Anwendungen verwendet werden. Geeignete Wirkstoffgruppen sind Alkohole und QAV. Für die Desinfektion von Lebensmittelkontaktflächen empfiehlt hollu insbesondere holludes Culina. In der Lebensmittelproduktion kommen zusätzlich die Spezialprodukte LG Schaum 832, LG Schaum 834, LG CIP 817, LG UNI 806, LG DES 850 und LG DES 851 zum Einsatz.
Die hollu Desinfektionsmittel-Produktwelt im Überblick
hollu bietet für jeden Anwendungsbereich das passende, zertifizierte Desinfektionsmittel – von der schnellen Flächendesinfektion in der Küche bis zur VAH-gelisteten Wäschedesinfektion im Pflegeheim. Alle empfohlenen Produkte entsprechen den EN-Prüfnormen für Biozide (PT2, PT4) und sind VAH- und/oder ÖGHMP-gelistet.
Flächendesinfektion
- hollu Des AL :Alkoholbasierte Schnelldesinfektion für Flächen, Geräte und Gegenstände – besonders in Küchen und lebensmittelverarbeitenden Betrieben. Einwirkzeit 5 Min., rückstandsfrei, auch für schwer zugängliche Stellen via Sprühanwendung. ÖGHMP-Expertise gültig bis 09/2028, VAH-Zertifikat gültig bis 09/2028.
- holludes Culina: Speziell entwickelt für die Küchendesinfektion in der Gastronomie – geprüfte Wirksamkeit auf lebensmittelnahen Flächen.
- Perform Pro: Granuliertes Desinfektionsmittelkonzentrat auf Aktivsauerstoffbasis. VAH-zertifiziert. Ideal für die variable Konzentrationsanpassung je nach Verschmutzungsgrad.
- Mikrozid AF Liquid: Für die Desinfektion medizinischer Geräte und empfindlicher Oberflächen, alkoholfrei formuliert.
Händedesinfektion
- holludes Promano med: Flüssige Händedesinfektion für professionelle Anwendung im Gesundheitswesen, Gastronomie und überall dort, wo Handhygiene auf höchstem Niveau gefordert ist.
Wäschedesinfektion
- hollu Wäschedesinfektion (VAH/ÖGHMP-gelistet): wirken bereits bei 40 °C, spart Energie und garantiert gleichzeitig zuverlässige Hygienewirkung. Besonders geeignet für Bettwäsche in Hotels, Pflegetextilien und Arbeitsbekleidung.
Desinfektion je Branche: Was wirklich wichtig ist
Hotel & Housekeeping
Im Hotel sind die Hochkontaktstellen die kritischen Punkte: Türklinken, Lichtschalter, Fernbedienungen, Badezimmerarmaturen, Handläufe. Die Gäste wechseln täglich – und somit steigt auch die Keimbelastung an. Eine systematische Flächendesinfektion mit validierten Produkten ist für 5-Sterne-Hygiene ebenso unabdingbar wie für eine erfolgreiche TÜV-Hygienezertifizierung, wie das Beispiel des Bio-Hotels Stanglwirt zeigt, dass seine hohen Hygienestandards gemeinsam mit hollu und dem digitalen Hygienemanager NOA offiziell bestätigen ließ.
- Empfohlen: hollu Des AL für tägliche Flächendesinfektion in der Küche, holludes Ultra für die tägliche Flächenreinigung im Objektbereich
- Wäschedesinfektion: holluQUID-System für Bettwäsche und Handtücher
- Händedesinfektionsspender: an allen Hoteleingängen und WCs
Gastronomie & Küche
In der Küche treffen organische Verschmutzungen, Wärme und Feuchtigkeit aufeinander – ideale Bedingungen für Keimvermehrung. HACCP schreibt nicht nur die Desinfektion vor, sondern auch deren Dokumentation. Entscheidend: Nur EN-geprüfte, lebensmittelkompatible Desinfektionsmittel dürfen auf Kontaktflächen eingesetzt werden.
- Schnittflächen, Arbeitstische: holludes Culina oder hollu Des AL (rückstandsfrei)
- Bodenflächen: Produkte mit Wirksamkeit nach EN 13697
- Geschirrdesinfektion: Anorganisches Desinfektionskonzentrat zur Abwasserbelebung auf Basis von Wasserstoffperoxid: LG DES 851, holluvit DES CLT und holluxin DES HP
Gesundheitswesen & Pflege
In Arztpraxen, Pflegeheimen und Krankenhäusern ist nosokomiale Infektionsprävention das oberste Gebot. Hier gilt: Nur VAH-gelistete Desinfektionsmittel, klare Hygienepläne und geschultes Personal sind die Grundlage für eine wirksame Infektionsprävention und die Sicherheit von Patientinnen, Patienten und Personal.
- Flächen & Instrumente: Mikrozid AF Liquid, Perform Pro
- Hände: holludes Promano med
- Wäsche: holluQUID Desinfektionsprogramme bei 40 °C
Lebensmittel- und Getränkeindustrie
Produktionsanlagen, CIP-Systeme (Clean-in-Place) und Kontaktoberflächen erfordern chemische oder chemothermische Desinfektionsprozesse und regelmäßige mikrobiologische Kontrollen. hollu bietet für diese Betriebe Hygieneprozessanalysen, Dosieranlageninspektionen und branchenspezifische Schulungen.
Einwirkzeit, Dosierung und Anwendungsmethoden – so geht’s richtig!
Die häufigste Fehlerquelle in der Praxis ist nicht die Wahl des falschen Desinfektionsmittels, sondern dessen unsachgemäße Anwendung. Für eine sichere und wirksame Desinfektion sind insbesondere fünf Faktoren entscheidend.
Ein wesentlicher Aspekt ist die Einwirkzeit. Jedes Desinfektionsmittel benötigt eine definierte Kontaktzeit, um seine volle Wirksamkeit zu entfalten. Beim hollu Des AL beträgt diese – abhängig vom jeweiligen Wirksamkeitsprofil – 30 Sekunden bis 5 Minuten. Wird die Fläche zu früh trocken gewischt oder wieder benutzt, kann die erforderliche Desinfektionsleistung nicht erreicht werden.
Ebenso wichtig ist die richtige Dosierung. Eine zu geringe Konzentration kann die Wirksamkeit erheblich beeinträchtigen, während eine Überdosierung unnötige Materialbelastungen verursacht und die Umwelt belastet. Deshalb sollte stets die auf dem Produktdatenblatt angegebene Gebrauchsverdünnung eingehalten werden. Automatische Dosiersysteme von hollu unterstützen dabei, die richtige Menge jederzeit präzise zu dosieren.
Auch die Anwendungsmethode spielt eine entscheidende Rolle. In den meisten Anwendungsbereichen ist die Wischdesinfektion der Sprühdesinfektion vorzuziehen, da sie eine vollständige Benetzung der Oberfläche gewährleistet und gleichzeitig die Bildung von Aerosolen vermeidet. Für besonders sensible Hygienebereiche empfiehlt sich die Einwegtuchmethode. In der Lebensmittelproduktion erfolgt die Reinigung und Desinfektion häufig kombiniert im Schaumverfahren für Flächen und Geräte oder im CIP-Verfahren (Cleaning in Place) für Anlagen mit Rohrleitungen und Tanks.
Vor jeder Desinfektion ist eine gründliche Vorreinigung erforderlich. Grobe und insbesondere eiweißhaltige Verschmutzungen können die Wirkung vieler Desinfektionsmittel erheblich reduzieren oder sogar inaktivieren. Daher gilt: zuerst reinigen, die Fläche gegebenenfalls trocknen lassen und anschließend desinfizieren.
Nicht zuletzt ist auf die persönliche Schutzausrüstung zu achten. Beim Umgang mit Desinfektionsmitteln sollten grundsätzlich geeignete Schutzhandschuhe getragen werden. Sprühanwendungen sollten möglichst vermieden werden. Sind sie ausnahmsweise erforderlich, sind zusätzlich eine Schutzbrille sowie ein geeigneter Atemschutz zu verwenden. Darüber hinaus sind stets die Hinweise im Sicherheitsdatenblatt des jeweiligen Produkts zu beachten.
Zertifizierungen & Normen: Woran erkennt man ein gutes Desinfektionsmittel?
Im professionellen Einsatz sind unabhängig geprüfte Desinfektionsmittel verpflichtend – nicht optional.. Die wichtigsten Gütesiegel im deutschsprachigen Raum:
- VAH-Listung: Der VAH (Verband für angewandte Hygiene) ist das maßgebliche Qualitätssiegel in Deutschland für chemische Desinfektionsmittel. VAH-gelistete Produkte haben unabhängig geprüfte Wirksamkeit nachgewiesen.
- ÖGHMP-Listung: Die österreichische Entsprechung zur VAH-Liste. Für österreichische Betriebe oft die relevantere Referenz.
- EN 14476: Europäische Prüfnorm für viruzide Wirksamkeit – u.a. gegen Coronaviren. hollu Des AL entspricht dieser Norm.
- EN 1276 / EN 13727: Prüfnormen für bakterizide Wirksamkeit in Lebensmittelbereichen und im medizinischen Bereich.
- IHO-Listung: Industrieverband Hygiene- und Oberflächenschutz – weitere unabhängige Bewertung für Desinfektionsmittel.
hollu Versprechen: Alle für sensible Bereiche empfohlenen Desinfektionsmittel von hollu sind VAH- und/oder ÖGHMP-gelistet. Die Expertisen sind stets aktuell und mit Gültigkeitsdatum auf den Produktblättern im hollu Shop hinterlegt – so haben Sie immer Rechtssicherheit!
Desinfektion und Nachhaltigkeit: Geht das zusammen?
Hohe Desinfektionswirkung und ökologische Verantwortung schließen sich nicht aus. hollu – als nach ISO 14001 zertifiziertes und EMAS-validiertes Unternehmen – entwickelt laufend Desinfektionslösungen, die beiden Ansprüchen gerecht werden:
- holluQUID Desinfektionsprogramme wirken bereits bei 40 °C – das spart Energie ohne Kompromisse bei der Hygienequalität.
- Perform Pro auf Aktivsauerstoffbasis hinterlässt biologisch unbedenkliche Abbauprodukte (Wasser, Sauerstoff).
- Dosiersysteme verhindern Überdosierung und reduzieren den Chemikalieneintrag in Abwässer.
- Leere Gebinde ab 10 Liter werden bei der nächsten hollu Lieferung mitgenommen, gereinigt und wiederverwendet – hollu spart so rund 120 Tonnen Kunststoff pro Jahr.
Häufige Fragen zu Desinfektionsmittel
Reinigungsmittel entfernen sichtbaren Schmutz, Fett und Rückstände mechanisch von einer Oberfläche. Desinfektionsmittel hingegen inaktivieren Krankheitserreger wie Bakterien, Viren und Pilze ab oder reduzieren sie auf ein nicht infektiöses Maß. Im professionellen Hygieneprozess gilt: erst reinigen, dann desinfizieren – denn Verunreinigungen können die Wirksamkeit von Desinfektionsmitteln erheblich einschränken.
Die wichtigsten Typen nach Wirkstoffbasis:
- Alkoholbasiert (Ethanol, Isopropanol): schnell, rückstandsfrei – ideal für Flächendesinfektion
- Chlorhaltig (Natriumhypochlorit): breites Wirkspektrum, auch gegen Sporen – für Seuchenprävention
- Aktivsauerstoff / Peroxid: ökologisch abbaubar – für Lebensmittel- und Trinkwasserbereiche
- Quartäre Ammoniumverbindungen (QAV): materialschonend, hautfreundlich – für Wäsche und empfindliche Oberflächen
- kombinierte Reinigung und Desinfektion im Bereich der Lebensmittelproduktion mit Anwendung des Schaumverfahrens (z.B. LG Schaum 832).
Nein. Die Materialverträglichkeit ist entscheidend. Chlorhaltige Mittel können Edelstahl durch Lochkorrosion beschädigen. Hochkonzentrierter Alkohol greift bestimmte Kunststoffe und Gummidichtungen an. Holzoberflächen dürfen nur mit materialverträglichen, verdünnten Mitteln desinfiziert werden. Der hollu-Grundsatz lautet: Oberfläche identifizieren, dann Produkt wählen – nie umgekehrt.
Diese Listungen sind die maßgeblichen Qualitätsnachweise für Desinfektionsmittel im deutschsprachigen Raum. Der VAH (Verband für angewandte Hygiene) in Deutschland und die ÖGHMP (Österreichische Gesellschaft für Hygiene, Mikrobiologie und Präventivmedizin) prüfen Desinfektionsmittel unabhängig auf ihre Wirksamkeit nach definierten europäischen Normen. VAH- oder ÖGHMP-gelistete Produkte bieten Betreibern Rechtssicherheit und nachgewiesene Hygienequalität – entscheidend für HACCP-Dokumentation und Behördenkontrollen.
Die Einwirkzeit hängt vom Produkt, dem Wirkstoff und dem Anwendungsbereich ab. Alkohol-Schnelldesinfektionen wirken in 30 Sekunden bis 2 Minuten.
hollu Des AL erfordert eine Einwirkzeit von 30 Sekunden bis 5 Minuten (abhängig vom Einsatzbereich) auf der Fläche, bevor diese erneut berührt oder abgewischt werden kann.
Chlorhaltige Mittel für Norovirus-Desinfektion benötigen je nach Konzentration 1–20 Minuten . Die exakten Angaben stehen immer auf dem Produktblatt und im Sicherheitsdatenblatt – diese gelten verbindlich.
Bei der Wischdesinfektion wird das Desinfektionsmittel mit einem Tuch auf der Fläche verteilt und eingearbeitet – das gewährleistet eine vollständige Benetzung auch in Ecken und Rillen. Bei der Sprühdesinfektion kann es zu ungleichmäßiger Benetzung und gefährlicher Aerosolbildung kommen. In Bereichen mit hohen Hygieneanforderungen (Pflegeheime, Küchen, OP-Bereiche) ist die Einwegtuchmethode der Goldstandard: einmal wischen, Tuch entsorgen – kein Kreuzkontaminationsrisiko.
Für die Gastronomie empfiehlt hollu primär: holludes Culina (speziell für Küchen entwickelt, auf Lebensmittelkontaktflächen geprüft) und hollu Des AL (alkoholbasiert, rückstandsfrei, 5 Min. Einwirkzeit, ÖGHMP- und VAH-gelistet,) für tägliche Desinfektion von Arbeitsflächen, Türklinken und Geräten. Für die Händedesinfektion des Küchenpersonals: holludes Promano med.
Chlorhaltige Desinfektionsmittel können Lochkorrosion verursachen und die Oberfläche dauerhaft schädigen. Für Edelstahlflächen empfiehlt hollu alkohol- oder QAV-basierte Mittel wie hollu Des AL. Vor der Desinfektion immer Fettrückstände entfernen, das Mittel auftragen, Einwirkzeit einhalten und anschließend mit einem sauberen, trockenen Tuch abwischen.
Edelstahl hoher Qualität, wie in der Lebensmittelproduktion eingesetzt, ist weitestgehend chlorbeständig. Hier können auch chlorhaltige Produkte eingesetzt werden.
Ja – aber nur speziell dafür zugelassene, rückstandsfrei trocknende Produkte oder es wird mit ausreichend Trinkwasser nachgespült, dann muss das Mittel nicht rückstandsfrei sein. Für Lebensmittelkontaktflächen (Schneidbretter, Zubereitungstische, Arbeitsplatten) müssen Desinfektionsmittel nach EN 13697 geprüft und im Produktblatt ausdrücklich für den Einsatz im Lebensmittelbereich ausgewiesen sein. hollu Des AL und holludes Culina erfüllen diese Anforderungen. Chlorhaltige Mittel erfordern auf Lebensmittelkontaktflächen eine vollständige Nachspülung mit Trinkwasser.
Desinfektionsmittel sind oft brennbar oder oxidierend – sie müssen daher in kühl, trocken und gut belüfteten Räumen, getrennt von Lebensmitteln und Wärmequellen, aufbewahrt werden. Wichtig: stets in Originalgebinden mit sichtbarem Etikett lagern, Sicherheitsdatenblätter griffbereit halten, Mindesthaltbarkeit beachten. Im Betrieb sollten nur die benötigten Tagesmengen an Arbeitsstationen bereitstehen.
Ja. Die hollu Akademie bietet praxisorientierte Schulungen zu Hygiene, Desinfektion und Reinigung für alle relevanten Branchen – von der Gastronomie über das Gesundheitswesen bis zur Lebensmittelindustrie. Zusätzlich unterstützt hollu Betriebe mit IST-Analysen, individuellen Hygieneplänen und dem digitalen Prozessmanagement-Tool NOA für die lückenlose Dokumentation.
Nein – zumindest nicht im professionellen Sinne. Essig wirkt aufgrund seines sauren pH-Werts zwar gegen bestimmte Bakterien, ist aber nicht gegen alle relevanten Viren, Pilze und Sporenbildner wirksam. Er ist weder nach europäischen EN-Normen geprüft noch VAH/ÖGHMP-gelistet. Im gewerblichen Einsatz (Gastronomie, Pflege, Lebensmittelproduktion) ist Essig als Desinfektionsmittel nicht geeignet und nicht zulässig. hollu empfiehlt stets den Einsatz geprüfter, zertifizierter Desinfektionsmittel.
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