
Wasserhärte messen – so geht‘s!
Wasser ist nicht gleich Wasser: Der Härtegrad beeinflusst maßgeblich Reinigungsergebnisse, Hygiene und den Schutz von Geräten. Gerade in Hotels, Restaurants, Schulen oder der professionellen Gebäudereinigung hilft die Kenntnis der Wasserhärte dabei, Kalkablagerungen zu vermeiden, Reinigungsmittel effizient zu dosieren und Materialien langfristig zu schonen.

Wassertest leicht gemacht: Mit einem Teststreifen lässt sich die Wasserhärte schnell bestimmen – für optimale Reinigung und besseren Schutz vor Kalk.
Das Wichtigste in Kürze:
- Die Wasserhärte zu bestimmen lohnt sich – sie beeinflusst Reinigungsleistung, Dosierung und Kosten.
- Der Härtegrad wird in °dH (Grad deutscher Härte) angegeben.
- Wasserhärte messen ist möglich mit:
- Teststreifen
- Tropfentest (Titration)
- digitalem Wasserhärte Messgerät
- Bei hartem Wasser steigt der Reinigungsmittelverbrauch.
- Hoher Kalkgehalt führt zu:
- Ablagerungen auf Oberflächen
- verkalkten Maschinen
- höherem Energieverbrauch
- Je härter das Wasser, desto wichtiger ist die korrekte Dosierung.
- Saure Reiniger entfernen Kalk – unbedingt Materialverträglichkeit prüfen!
- Regelmäßige Messung der Wasserhärte sorgt für gleichbleibende Reinigungsqualität.
- Optimierte Dosierung reduziert Kosten und Umweltbelastung.
- Geschulte Mitarbeitende erhöhen Hygiene- und Prozesssicherheit.
Was bedeutet Wasserhärte?
Die Wasserhärte beschreibt die Konzentration von Calcium– und Magnesiumionen im Wasser. Je höher dieser Anteil, desto „härter“ ist das Wasser. Die Wasserhärte beeinflusst nicht nur Geschmack und Waschmittelverbrauch, sondern vor allem die Reinigungswirkung – und damit die Hygienequalität.
ACHTUNG:
Bei hartem Wasser wirken Tenside schlechter, hinterlassen mehr Rückstände und benötigen höhere Dosierungen.
Wasserhärte: Einheiten und Einstufung
Die Wasserhärte wird in unterschiedlichen Einheiten angegeben und hilft dabei, Wasser klar zu klassifizieren:
- °dH (deutsche Härtegrade): > 14 °dH gilt als hartes Wasser
- mmol/l (Millimol Calciumcarbonat pro Liter): > 2,5 mmol/l gilt als hart
- mg/l bzw. ppm (Milligramm Calciumcarbonat pro Liter): > 250 mg/l gilt als hartes Wasser
Je nach Einheit beschreibt sie immer denselben Sachverhalt – den Gehalt an Calciumcarbonat im Wasser und damit dessen Härtegrad.
Die Wasserhärte wird nach EU-Standard in drei Bereiche eingeteilt:
- Weich (0–8,4 °dH): ideal für empfindliche Geräte und Oberflächen, allerdings kann zu weiches Wasser auch Korrosion begünstigen
- Mittel (8,5–14 °dH): typischer Standardbereich vieler Regionen
- Hart (>14 °dH): kalkreich – eine Wasserenthärtung ist empfehlenswert
Diese Einstufung hilft dabei, Risiken durch Kalkbildung und Korrosion besser einzuschätzen und geeignete Maßnahmen zu treffen.
Wie kann ich die Wasserhärte bestimmen?
Es gibt mehrere Methoden – vom schnellen Selbsttest bis zur genauen Analyse:
1. Teststreifen (pH-/Härte-Test-Kombi)
- Einfach in Wasser tauchen und Farbumschlag vergleichen.
- Ideal für Haushalt & Gastronomie
2. Digitale Härtemessgeräte
● exakte Werte in °dH oder mg/l
● besonders geeignet für Gewerbe & Labore
● einmalige Anschaffung – langfristige Nutzung
3. Härtekarten & PLZ-Suche
● Viele Gemeinden veröffentlichen Wasserhärte nach Postleitzahl.
● In Österreich z. B. über Wasserversorger oder Plattformen wie aquabion.at oder bwt.com.
● Achtung: Regionale Unterschiede sind möglich – Werte regelmäßig prüfen!
4. Seifentest (Haushaltsmethode)
● weniger Schaumbildung = hartes Wasser
● nicht exakt, aber als Indikator verwendbar
TIPP:
Für Betriebe empfehlen wir eine kombinierte Methode – regelmäßige Kontrolle mit Teststreifen UND Rücksprache mit dem lokalen Wasserversorger.
Wasserhärte in Österreich – Wo finde ich aktuelle Werte?
Die Wasserhärte in Österreich variiert je nach Region, Quelle und Aufbereitung teilweise deutlich. So liegt sie in Innsbruck bei etwa 8 °dH und gilt damit als eher gering. In Wien beträgt die Wasserhärte rund 12 °dH und wird als mittelhart eingestuft. Auch Salzburg bewegt sich mit ca. 15 °dH im mittelharten Bereich, während Graz mit etwa 11 °dH wiederum eher als gering bis mittelhart einzuordnen ist.
Da sich die Werte regional unterscheiden können und sich auch im Zeitverlauf ändern, empfiehlt es sich, die aktuellen Daten direkt beim zuständigen Wasserversorger oder bei der jeweiligen Gemeinde zu erfragen.
Warum Wasserhärte für Reinigung und Hygiene wichtig ist
1. Reinigungswirkung
- Hartes Wasser mindert die Wirkung von Reinigungsmitteln. Tenside schäumen weniger.
- Rückstände auf Oberflächen sind häufiger, z. B. Kalkflecken auf Armaturen.
2. Materialschutz
- Hartes Wasser kann Kalkablagerungen auf Oberflächen und in Leitungen verursachen (z. B. Marmor, Glas, Edelstahl).
- Falsche Produktauswahl kann zu irreversiblen Schäden führen.
3. Geräteschutz
- Kaffeemaschinen, Boiler, Spülmaschinen verkalken bei hartem Wasser schneller – was Energieverbrauch und Wartungskosten erhöht.
4. Nachhaltigkeit
- Höherer Reinigungsmitteleinsatz bei hartem Wasser belastet Umwelt und Geldbeutel.
- Die richtige Wasseranalyse hilft, dosiert, effizient und umweltbewusst zu reinigen.
Was tun bei hartem Wasser?
Ist die Wasserhärte hoch (über 14 °dH), sollte strukturiert gehandelt werden – insbesondere im professionellen Reinigungsumfeld. Hartes Wasser bedeutet erhöhten Kalkgehalt im Wasser, mehr Chemieverbrauch und stärkere Materialbelastung. Die wichtigsten Maßnahmen:
Dosierung anpassen:
Je härter das Wasser, desto höher muss die Reinigungsmitteldosierung sein – allerdings kontrolliert und abgestimmt. Moderne Dosiersysteme verhindern Überdosierung und reduzieren Kosten sowie Umweltbelastung.
Geeignete Reiniger einsetzen:
Bei stark kalkhaltigem Wasser sind regelmäßig saure Reiniger notwendig, um Kalkablagerungen zu entfernen. Gleichzeitig gilt: Materialverträglichkeit prüfen (z. B. kein Säureeinsatz auf Marmor oder kalkhaltigen Natursteinen).
Wasserenthärtung prüfen:
In Großküchen, Hotels oder Industriebetrieben kann sich eine Enthärtungsanlage wirtschaftlich lohnen. Vorteile:
- Weniger Kalkablagerungen
- Längere Lebensdauer von Maschinen
- Geringerer Energieverbrauch
- Reduzierter Chemieeinsatz
Regelmäßige Wasserhärte messen:
Die Messung der Wasserhärte sollte mindestens jährlich erfolgen – bei sensiblen Betrieben (Lebensmittel, Pflege, Hotellerie) häufiger.
Mitarbeitende schulen:
Nur wenn Reinigungsteams wissen, wie sich der Härtegrad des Wassers messen lässt und welche Auswirkungen er hat, kann nachhaltig gearbeitet werden. Schulungen – etwa in der hollu Akademie oder durch Inhouse-Trainings der hollu Anwendungstechniker*innen – sorgen für Sicherheit im Umgang mit Dosierung, pH-Wert und Materialschutz.
Maßnahmen und Lösungen
Je nach Wasserhärte entstehen unterschiedliche Herausforderungen bei der Reinigung. Kalkablagerungen im Bad lassen sich mit sauren Sanitärreinigern (pH 1–5) zuverlässig entfernen, wobei die Materialverträglichkeit stets geprüft werden sollte.
Zeigen Reinigungsmittel bei hartem Wasser eine reduzierte Wirkung, helfen pH-neutrale oder speziell dafür entwickelte Produkte. Auch eine regelmäßige Entkalkung von Geräten ist wichtig, um deren Leistung und Lebensdauer zu erhalten.
Bei bestehenden Schäden oder Unsicherheiten in der Anwendung unterstützt hollu mit individueller Beratung, praxisnahen Schulungen sowie optimierter Dosiertechnik und Analysen zur nachhaltigen Verbesserung von Reinigungsergebnissen.
PROFI-TIPP:
Wir setzen auf ein Farbsystem für maximale Anwendungssicherheit:
🔴 Rot = sauer (pH 1–5)
🟢 Grün = neutral (pH 6–8)
🔵 Blau = alkalisch (pH 9–12)
So erkennen Reinigungsteams sofort das richtige Produkt – ohne Fehlanwendung oder Materialschäden.
Checkliste: Wasserhärte prüfen & handeln
- Härtegrad mit Teststreifen oder online prüfen
- regionale Werte bestätigen (Gemeinde oder Versorger)
- Reinigungsmittel anpassen (pH-Wert beachten!)
- Bei Bedarf Entkalker oder Wasserenthärtung einsetzen
- Fachberatung einholen – hollu Hygieneberatung anfragen
- Schulungen buchen – hollu Akademie besuchen
Häufige Fragen zur Wasserhärte
Am einfachsten mit Teststreifen, digitalen Messgeräten oder durch Angaben des Wasserversorgers. Im professionellen Bereich empfiehlt hollu regelmäßige Messungen, um Kalkablagerungen und fehlerhafte Dosierungen zu vermeiden.
25 °dH gilt als sehr hartes Wasser. Hier sind Enthärtungsmaßnahmen sinnvoll, um Geräte, Oberflächen und Reinigungsabläufe zu schützen.
Sie können den Härtegrad über Ihren Wasserversorger, Online-Härtekarten (PLZ-Suche), Teststreifen oder digitale Geräte ermitteln. Gemeinden veröffentlichen die Härtegrade regelmäßig – besonders in Österreich sehr zuverlässig.
Deutsche Härtegrade. Je höher, desto mehr Kalk ist im Wasser enthalten.
Im Haushalt 1–2 x pro Jahr, im gewerblichen Bereich regelmäßig – je nach Branche sogar monatlich.
Hartes Wasser reduziert die Wirkung von Reinigungsmitteln, da Kalkbestandteile die Wirkstoffe binden. Dadurch wird oft mehr Produkt benötigt. Mit dem passenden pH-Wert lässt sich die Reinigung jedoch effizienter gestalten.
Nein, hartes Wasser ist gesundheitlich unbedenklich – es enthält sogar wichtige Mineralstoffe.
Ja – besonders in Regionen mit über 14 °dH. Das schützt Geräte, senkt Reinigungsmittelverbrauch und spart langfristig Kosten.
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